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  • Nitrat im Trinkwasser: Kein großes Problem in Österreich

    Nitrat im Trinkwasser ist in manchen Gegenden ein Problem. Die natürlich vorkommende Stickstoffverbindung ist in Dosen von bis zu 25 Milligramm eigentlich normal. Höhere Werte sind meist durch den Menschen verursacht und stellen für den menschlichen Organismus ein Problem dar.

    Aus öffentlichen Schwimmbädern kennt fast jeder gechlortes Trinkwasser. Chlor ist nicht nur ein bewährtes Bleichmittel und Desinfektionsmittel für die Gebäudereinigung. In Österreich wird das aggressive Element, wie in anderen Ländern auch, manchmal zur Trinkwasseraufbereitung eingesetzt. Bei stärkerer Chlorung kann man das auch ziemlich stark schmecken. Wie sich gechlortes Wasser aber auf unsere Gesundheit auswirkt ist den wenigsten bekannt.

    Wenn Chlor dem Trinkwasser beigefügt wird, ist das Ziel meist eine Abtötungbedenklicher Bakterien. In Österreich hat das Trinkwasser in den meisten Gebieten eine sehr hohe Qualität und außergewöhnliche Bakterienbelastungen sind eher eine Seltenheit. Bei starken Regenfällen kann aber saisonal und regional eine punktuelle Chlorung erforderlich werden. Dies gilt insbesondere für stark landwirtschaftliche Gebiete in denen viel Gülle und Mist auf die Felder zur Düngung ausgebracht wird. Weicht dort der Boden durch lang anhaltende Regenfälle auf, verliert er seine natürliche Filterfunktion und Bakterien können über das Grundwasser und abfließendes Oberflächenwasser in den Trinkwasserkreislauf geraten.

    Interessante Fakten zu Wasser, das nach Chlor riecht

    • Im Vergleich zu anderen Ländern wird in Deutschland Chlor nur sehr selten und äußerst sparsam zur Trinkwasseraufbereitung eingesetzt.
    • In Österreich unterliegt die Beigabe von Chlor zum Trinkwasser starken behördlichen Regulierungen, die sicherstellen, dass es zu keiner Gefährdung für die menschliche Gesundheit kommt.

    Das Wichtigste über Chlor im Trinkwasser

    • Chlor dient zur Desinfektion von mit Bakterien belastetem Wasser
    • Gechlortes Trinkwasser ist in Österreich eher selten, zur Desinfektion wird statt Chlor meist UV-Licht verwendet
    • Wieviel Chlor das Trinkwasser enthalten darf, ist durch die österreichische Trinkwasserverordnung festgelegt
    • Trinkwasser darf maximal mit 0,1-0,2 Milligramm Chlor pro Liter versetzt werden
    • Der Konsum von gechlortem Trinkwasser ist gesundheitlich unbedenklich, kann aber als störend empfunden werden

    Chlordesinfektion von Trinkwasser: E. coli Bakterien im Fokus

    Im Blick haben die Wasserbetreiber hier vor allem das Escherichia coli bzw. E. coli / Kolibakterium, welches in menschlichen und tierischen Fäkalien vorkommt. Die meisten Stämme davon sind zwar harmlos, es gibt aber auch gefährliche Varianten von E. coli, welche schwere Durchfallbeschwerden, Harnwegsinfektionen, Meningitis bei Neugeborenen und andere Erkrankungen auslösen können.

    Gemäß der österreichischen Trinkwasserverordnung darf das Trinkwasser keinen Escherichia coli (E. coli) Keim - 0 auf 100 Milliliter - enthalten. Besteht ein Risiko, dass dieser Wert überschritten wird, greifen die Trinkwasserversorger auf Chlor oder andere Mittel zur Desinfektion zurück.

    Ist Chlor im Trinkwasser gesundheitsschädlich?

    Mit Chlor versetztes Trinkwasser weist in der Regel einen Chlorgehalt zwischen 0,1 und 0,2 Milligramm pro Liter auf. Beidieser geringen Dosierung gilt Chlor zwar als geschmacklich unangenehm. Für die Gesundheit entstehen dadurch aber in der Regel keine Probleme. Als Ausgangsbasis dienen verschiedene Chlor-Substanzen, welche im Wasser wiederum zu unterschiedlichen Chlorverbindungen führen können. Die Desinfektion des Trinkwassers erfolgt jenach Anlage entweder mit Chlorgas, Natrium-Hypochloridlösung,Calciumhypochlorid als Pulver oder Granulat oder Chlordioxidlösung.

    Durch fest installierte Anlagen die meist mit Chlorgas arbeiten, lässt sich Chlorsehr exakt dosieren. Die in der Trinkwasserverordnung festgesetzten Grenzwerte werden so nicht überschritten und gleichzeitig wird eine sichere Desinfektion gewährleistet.

    Chlor im Trinkwasser ist in Österreich eher selten

    In Österreich sind neben der Chlorung auch die Ozonung oder UV-Bestrahlung zur Trinkwasserdesinfektion zugelassen. Die UV-Bestrahlung gilt als besonders schonende Methode, da sich das Wasser dabei in seiner Zusammensetzung und auch geschmacklich nicht verändert. Dabei wird Wasser an UV-Röhren aus Quarzglas vorbeigeleitet und die Bakterien durch die UV-Strahlung abgetötet.

    Vorarlberg ist, was die UV-Bestrahlung betrifft, führend. In rund 250 Anlagen kommt das moderne Verfahren bereits zum Einsatz, was etwa zwei Drittel aller Wasseranlagen sind. Und auch in den anderen Teilen des Landes ist eine Chlorung des Trinkwassers eher die Ausnahme als die Regel. Meist sind die Bakterienkonzentrationen eh so gering, dass eine Behandlung nicht erforderlich ist.

    In der Hauptstadt Wien mit ihrem alten Leitungsnetz und hohen Wasserverbrauch kommt Chlor aber durchaus zum Einsatz. Das betrifft vor allem die Bereiche, wo Grundwasser für die Versorgung herangezogen wird. Aber auch das Wiener Wasser aus den Hochquellwasserleitungen wird oft leicht, aber kaum wahrnehmbar, gechlort.

    Aktivkohle: Chlor im Trinkwasser herausfiltern

    Wer in einer Gegend lebt, in der das Trinkwasser regelmäßig gechlort wird, kann auf gefiltertes Wasser ausweichen. Dieses kann man entweder nach Bedarf kaufen oder man installiert selbst eine feste Filteranlage, welches das Chlor aus dem Trinkwasser entfernt. Entsprechende Filteranlagen zur Abscheidung von Chlor- und Chlorabbauprodukten arbeiten meist mit Aktivkohlefiltern. Die Aktivkohleelemente binden verschiedenste Chlorverbindungen an ihrer porösen Oberfläche. Darüber hinaus werden auch noch andere bedenkliche Substanzen wie Schwermetalle und Pflanzenschutzmittel entfernt, gegen die das Chlor nichts ausrichten kann. Aber auch Filtersysteme mit dem Umkehrosmose-Verfahren können Chlor leicht aus dem Trinkwasser entfernen. Der Anschaffungspreis und Wasserverbrauch ist hier technisch bedingt aber etwas höher.

    Gefiltertes Trinkwasser macht aber in aller Regel nur für die Küche Sinn. Mit einem einzelnen Untertischfilter unter der Küchenspüle ist es meist schon getan. Da der Chlorgehalt im Trinkwasser sowieso sehr niedrig ist, wird man beim Duschen oder Baden kaum davon gestört werden. Und auch Pflanzen im Haus oder im Garten haben mit dem Chlor im Trinkwasser in aller Regel kein Problem.