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  • Fluor im Trinkwasser – Ein kontroverses Thema

    Fluoride sind den meisten Menschen nur aus der Zahncreme bekannt. Als Beimischung sollen sie darin eine zahnschmelzhärtende Wirkung entfallen und dadurch der Entstehung von Karies entgegenwirken. Was die meisten aber nicht wissen: Fluoride sind in geringen Mengen bereits toxisch und können schwere gesundheitliche Probleme verursachen. Die in vielen Ländern übliche Beimischung von Fluoriden im Trinkwasser wird daher als sehr kritisch angesehen. Diese ist aber vor allem in den USA, Australien und Südamerika populär. In Österreich wird dem Trinkwasser kein Fluor beigefügt.

    Fluoride kommen aber bereits in Böden und damit auch in Quell- und Grundwasser in unterschiedlichen Konzentrationen vor. Eine gewisse Aufnahme durch Essen und Trinken wird allgemein als unproblematisch angesehen. Ortsabhängig kann es aber zu erhöhten Fluorkonzentrationen im Trinkwasser kommen, die von manchen Forschern als bedenklich angesehen werden.

    Das Wichtigste über Fluor im Trinkwasser

    • Fluoride sind Salze der Fluorwasserstoffsäure mit natürlichem Vorkommen in Böden und Gewässern.
    • Durch eine Beimischung in Speisesalz, in Zahncremes oder Trinkwasser wird eine höhere Kariesresistenz beim Menschen erreicht.
    • Übermäßige Fluoraufnahme kann zu schwerwiegenden Schädigungen führen.
    • In Österreich wird das Trinkwasser nicht fluoriert, es bestehen regional aber teilweise erhöhte natürliche Fluor-Konzentrationen im Wasser.

    Die Trinkwasserfluoridierung wird in der Wissenschaftkontrovers diskutiert und von vielen als eine Form der Zwangsmedikation abgelehnt. Der Bevölkerung ist über Fluortabletten, fluoriertes Speisesalz und auch fluorhaltigen Zahncremes eine flexible individuelle Aufnahme von Fluor möglich. Als Folge einer Nutzen-Risikoabwägung hat man sich in Österreich bislang gegen eine zusätzliche Fluorierung des Trinkwassers entschieden.

    Die positiven Wirkungen von Fluoriden

    Fluoride sind vor allem durch ihre positiven Effekte in der Kariesprophylaxe bekannt. Dies ist auch das Hauptargument einer künstlichen Beimischung von Fluor im Trinkwasser, in Zahncremes oder Speisesalz. Der Zahnschmelz enthält bestimmte, durch Säuren angreifbare Hydroxylapatit-Verbindungen, die bei erhöhter Fluorid-Verfügbarkeit durch diese ausgetauscht werden. Der Zahnschmelz wird dadurch weniger säureempfindlich und damit auch resistenter gegen Karies.

    Bereits in den 1940er Jahren wurde in den USA mit Fluor im Trinkwasser experimentiert. Verschiedene Studien bescheinigten dieser Maßnahme positive Resultate. Demnach sinkt mit zunehmender Fluoridkonzentration im Trinkwasser der durchschnittliche Kariesbefall bei Kindern. Auf Basis dieser Forschungsergebnisse wurde in den USA eine weitgehend flächendeckende Trinkwasser-Fluorieren eingeführt. Und auch in anderen Ländern wie etwa Irland entschied man sich zu einer Beimischung von Fluor im Trinkwasser.

    Die negativen Wirkungen von Fluoriden

    Befürworter von künstlich zugeführtem Fluor stellen vor allem die positiven Effekte bei Kindern heraus, da gerade in dieser Altersgruppe eine erhöhte Kariesgefahr besteht. Bei einer langzeitigen, erhöhten Fluorideinwirkung während der Zahnentwicklung bei Kindern kann es aber auch zu einer sogenannten Fluorose kommen. Die Dental-Fluorose ist davon eine Sonderform. Bei ihr handelt es sich um eine durch Fluorideinlagerungen hervorgerufene Schmelzfleckung der Zähne, die bereits ab einer täglichen Dosis von zwei Milligramm Fluor pro Tag entstehen kann.

    In den USA gab es gegen Ende der 1990er Jahre eine Häufung des auch Zahnfluorose genannten Problems. Verantwortlich dafür gemacht wurden die zusätzlich zum mit Fluor bereits angereicherten Trinkwasser stark fluorierten Zahncremes, in Verbindung mit dem Konsum von Lebensmitteln aus stark fluorierten Gegenden.

    Neben diesem eher als lästig einzustufenden Problem kann Fluor bei Überdosierung aber auch ernste Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Während die akut toxische Dosis von Fluorid erst in einem Bereich von 5-10 Milligramm pro Kilo Körpergewicht erreicht wird, kann es bereits bei deutlich geringeren Dosen zu ernsthaften Problemen kommen. In Bezug auf Fluor im Trinkwasser wird ein toxischer Effekt ab 0,2 Milligramm Fluorid pro Liter beobachtet.

    Einige Studien berichten über gehäuftes Auftreten von Schenkelhalsfrakturen in Abhängigkeit des Fluoridgehalts des Trinkwassers. Als Ursache wird die sogenannte Knochenfluorose angegeben, welche die Knochenelastizität herabsetzt und Knochenbrüche begünstigen soll.

    Vermutungen, dass erhöhte Fluoraufnahme auch zu einem höheren Krebsrisiko führt, haben sich bislang in langlaufenden Studien nicht eindeutig bestätigt. Das Thema bleibt aber weiterhin strittig.

    Ernst zu nehmen sind aber die Ergebnisse neuerer Metaanalysen mehrerer Studien, die von einer herabgesetzten kognitiven Entwicklung bei Kindern durch fluoridhaltiges Trinkwasser berichten. Der Intelligenzquotient betroffener Kinder soll demnach um etwa 7 Punkte niedriger liegen als bei Altersgenossen, die in Gegenden mit geringerer Fluoridkonzentration (< 0,9 mg/L) leben.

    Fluor im Trinkwasser: Die Situation in Österreich

    Obwohl in Österreich Trinkwasser nicht mit Fluor angereichert wird, gibt es hinsichtlich der Konzentration starke regionale Unterschiede. Der Großteil der Trinkwässer in Österreich weist Fluorkonzentrationen von 0,5 Milligramm pro Liter auf. Bei einigen Trinkwasservorkommen im Klostertal und Montafon liegen die Fluoridgehalte zwischen 0,5 bis 1,0 Milligramm pro Liter. Einige Österreichische Gemeinden wie etwa Dalaas in Vorarlberg erreichen aber bereits natürliche Werte über dem von der Weltgesundheitsorganisation vorgeschlagenem Grenzwert.

    Was eine Supplementierung von Fluor betrifft, sollte man sich daher nach den örtlichen Gegebenheiten richten. Während in einigen Gebieten mit niedrigem, natürlichem Fluorgehalt im Trinkwasser eine Einnahme durch Fluorsalz oder auch Fluortabletten unproblematisch oder gar empfehlenswert sein kann, sollte man in Gebieten mit erhöhten Fluorwerten darauf verzichten.

    Wie viel Fluor sich im Trinkwasser einer bestimmten Gegend befindet, kann man durch eine Nachfrage beim Ministerium für Frauen und Gesundheit oder auch beim lokalen Wasserversorger erfragen. Das Ministerium erstellt regelmäßig einen Trinkwasserbericht für ganz Österreich, in welchem die Fluorkonzentrationen für einzelne Gegenden aufgeführt werden.

    Wer das Fluorid komplett aus dem Trinkwasser verbannen will, hat auch dafür zwei Optionen. Von Fluor über Umkehrosmosesysteme bereinigtes Wasser ist im Handel erhältlich. Alternativ kann man sich auch eine eigene mit Umkehrosmose arbeitende Filteranlage fest im Eigenheim installieren. Neben Fluor filtern solche Systeme mit einer mikroskopisch feinen Membran auch andere Stoffe wie Chlor, Bakterien aber auch wichtige Mineralien. Diese muss man dann auf anderem Wege wieder zuführen. Als größter Nachteil einer solchen Anlage gilt auch der damit erhöhte Wasserverbrauch. Für einen Liter mit Umkehrosmose gefilterten Wassers fallen etwa drei Liter Abwasser an. Wer das gefilterte Wasser aber nur zum Trinken nutzt braucht sich darüber keine Sorgen machen. Schließlich entsteht der mit Abstand größte Wasserverbrauch durch Waschen, Duschen und die Toilettenspülung.